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Dr.Bajan – Sovietabilly 2004

     Emotional, rauh, wild-leidenschaftlich und virtuos gleichzeitig, das ist Sovietabilly, der von Dr.Bajan geprägte Stil moderner urbaner Volksmusik. Die ungeheuer intensive Bühnenpräsenz, sein begnadetes Improvisationsvermögen und sein Charisma schlagen sofort jeden in seinen Bann, Dr.Bajan spielt sein Publikum und sich selbst in Ekstase.

   Die Band gibt es in dieser Formation seit drei Jahren, sie hatte schon zahlreiche Konzerte bei Festivals in Deutschland und im Ausland, wo sie u.a. auch gemeinsam mit anderen Worldmusic-Gruppen wie “Fanfare Ciocarlia”, “Di grine Kuzine”, “Folkabestia”, “Apparatschik” und  “Dikanda” auftraten.

   Dr. Bajan stammt aus Leningrad und begann mit E-Gitarre und Rockmusik die damals einzig mögliche Selbstabgrenzung zum virtuellen Pathos sowjetischen Daseins. Schon damals hatte er eine Schwäche für schnelle Soli.

   Dann war ihm die Gitarre nicht mehr subversiv genug und er begann -back to the roots – Bajan (Knopfakkordeon) zu spielen.Damit veränderte sich der Blickwinkel auf die eigene Musiktradition. Hatte man früher für Revolutionslyrik und Sowjetschlager nur ein Naserümpfen übrig, so wurden jetzt die tieferliegenden musikalischen Wurzeln freigelegt und Querverbindungen zu Klezmer, Jazz und Volksmusik entdeckt. Aus all diesen Einflüssen schuf Dr.Bajan mit einer gehörigen Portion Rock’n Roll eine ureigene aktuelle Form, den Sovietabilly, der ohne Nostalgie dafür aber mit einem Augenzwinkern seine ganz privaten Momentaufnahmen des Lebensgefühls eines postsowjetischen Kosmopoliten widerspiegelt. Balkan meets Charlie Parker in der Küche einer Berliner Hinterhofwohnung, Manu Chao trifft auf Odessa-Pentatonik. Angefangen bei Coverversionen von Deep Purple bis hin zu den beliebten “Kasatschoks” - egal was er anfasst, es verwandelt sich augenblicklich in Dr.Bajan.  Christina Seiler